Sicherheitscheck für Stoßdämpfer empfohlen

Picture

Stoßdämpfer regelmäßig checken - etwa beim anstehenden Reifenwechsel. Foto: DEKRA/dpp

Das Durchschnittsalter deutscher Autos steigt und steigt: Nach der Statistik liegt es 2017 bei rund 9,3 Jahren. Typischerweise stehen dann 140.000 Kilometer auf der Uhr, die auch an den stärksten Stoßdämpfern nicht ganz spurlos vorübergehen. Denn ihre Kolbenstange hat dabei rund 70 Millionen Mal eine Hub- und Zugbewegung gemacht. Ist der Verschleiß schon zu weit fortgeschritten, wird es gerade in der trüben Jahreszeit schnell gefährlich. Denn jetzt drohen ganz besonders häufig Niederschläge, Bodenfrost und im weiteren Verlauf auch Schneefall.

 

Die Gefahr der Lage äußert sich laut Stoßdämpferhersteller ThyssenKrupp Bilstein wie folgt: Bei Kurvenfahrten und Ausweichmanövern steigt durch defekte Stoßdämpfer das Risiko, dass das Fahrzeug leicht ausbricht, weil die Reifen schnell an Bodenhaftung verlieren. Zusätzlich verlängert sich der Bremsweg um bis zu 20 Prozent, das Aquaplaning-Risiko steigt und elektronische Assistenzsysteme wie ABS und ESP werden regelrecht ausgehebelt. Wer hier auf der sicheren Seite sein möchte, sollte seine Stoßdämpfer deshalb wenigstens alle 20.000 Kilometer vom Profi prüfen lassen - zum Beispiel im Rahmen des saisonalen Radwechsels oder einer Inspektion.

 

Die regelmäßige Überprüfung durch einen Profi ist sehr wichtig, denn Stoßdämpfer lassen ‚schleichend‘ in ihrer Leistung nach, so dass sich der Fahrer an die Situation gewöhnt. Selbst bei der Hauptuntersuchung, die bei älteren Fahrzeugen alle zwei Jahre durchgeführt werden muss, erfolgt in diesem Punkt lediglich eine Sichtprüfung, die nur ein sehr oberflächliches Ergebnis liefert. Mit der Zeit braut sich so im Auto eine stille, unerkannte Gefahr zusammen. Wer den Stoßdämpfer-Check im Rahmen anfallender Inspektions- und Reparaturarbeiten oder eines Räderwechsels miterledigen lässt, hat kaum zusätzlichen Aufwand - und auch die Kosten sind überschaubar.

 

Bilstein empfiehlt, darauf zu achten, dass der gewählte Betrieb über einen Fahrwerktester verfügt. Die Sichtprüfung gibt lediglich einen Aufschluss darüber, ob der Dämpfer Öl verliert und ob die Anbauteile defekt sind. Der tatsächliche Verschleißzustand und die verbliebene Dämpfwirkung lassen sich jedoch erst bei einer Probefahrt oder auf dem Fahrwerktester ermitteln. Auf die Lebensdauer von Stoßdämpfern wirken vielen Faktoren ein: der Straßenzustand, die Beladung, die Kilometerleistung und die Fahrweise. Zusätzlich lassen Kälte, Hitze, Staub, Wasser und Salz sie wie im Zeitraffer altern. Somit ist der Übergang zur kalten Jahreszeit der perfekte Zeitpunkt, um zu prüfen, wie fit die Stoßdämpfer für die kommenden Strapazen noch sind. (dpp-AutoReporter/wpr)