Staugefahr durch Fernbusse: Zusätzlicher Verkehr überfordert überlastete Autobahnen

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Die seit diesem Jahr wieder zugelassenen Fernbusse bremsen den Verkehr aus und erhöhen die Staugefahr auf deutschen Autobahnen. Das berichtet Auto Bild in seiner neuesten Ausgabe. Ursprünglich sollten die Busse eine umweltfreundliche Alternative zum eigenen Pkw sein, Autofahrer nutzen sie aber kaum. "Die neuen Fernbuslinien sind nur etwas für preissensible Kunden und garantiert keine Alternative zum Pkw", so Professor Orhan Kocagöz von der Fachhochschule für Ökonomie und Management in Nürnberg.

Er erwartet, dass vor allem Nutzer von Mitfahrzentralen auf den Bus umsteigen, die ohnehin über kein eigenes Auto verfügen. "Das Verkehrsaufkommen auf vielen Autobahnen bewegt sich kurz unterhalb des Kapazitätslimits", warnte Michael Schreckenberg von der Universität Duisburg-Essen bereits 2011 im Interview mit Auto Bild. Schon eine geringe Zunahme des Verkehrs könne zu deutlich mehr Staus führen. "Die neuen Busse werden den Mittelstreifen belegen, auf zweispurigen Autobahnen die linke Spur", fügt der Stauforscher aktuell hinzu.

Anfang 2013 wurde der Fernverkehr mit Bussen innerhalb Deutschlands wieder zugelassen, am 1. November machte sich der erste gelbe Bus von Post und ADAC auf den Weg. Mehr als 150 Linien von zahlreichen Anbietern verbinden mittlerweile fast alle größeren Städte Deutschlands miteinander. Pro Tag legen die Überlandbusse im Linienverkehr auf deutschen Autobahnen insgesamt fast 300.000 Kilometer zurück, Tendenz steigend. Vor allem die günstigen Ticketpreise überzeugen die Reisenden von der Fahrt mit dem Linienbus. Allerdings braucht man viel Zeit: Für die 770 Kilometer von Hamburg nach München benötigt der Fernbus mindestens zwölf Stunden. (dpp-AutoReporter)